Norwegen: Bergen-Kirkenes-Bergen – die Winterreise mit Hurtigruten Teil 2109.03.12 über Stokmarknes und Svolvaer nach Stamsund
Um 13:00 legt das Schiff ab mit Kurs auf Stokmarknes, während wir gemütlich im Speisesaal sitzen, Kaffee trinken und uns Gebäck vom Dessertbuffet dazu holen. Eine gute Stunde fahren wir entlang der steil aufragenden Lofotenwand, bis wir in Stokmarknes eintreffen werden.
Vor uns taucht eine lange Brücke auf, und wir erwarten, dass wir unten durch fahren, wenn wir mit unseren vollen Tellern wieder am Tisch sitzen. Aber nichts da, die Brücke ist plötzlich seitlich von uns. Was ist denn da los? Aufklärung kommt über den Lautsprecher: Es herrscht Springflut und somit ist der Wasserstand zwei Meter höher als normal, was sehr selten vorkommt und soviel bedeutet, wie, dass wir nun nur noch einen halben Meter zwischen Kamin und Brücke haben, was den Kapitänen zu riskant ist. So liegen wir also mitten im Sund, drehen uns im Kreis und warten, bis das Wasser wieder abfliesst. Immer wieder sehen wir die Brücke, unter der wir durchmüssen, und zwar mitsamt dem Kamin, bitte.
Ich denke, das daure wohl Stunden, aber nach gut 40 Minuten ist es soweit. Mit entsprechender Verspätung treffen wir in Stokmarknes ein. Hier steht das zum 100jährigen Jubiläum der Hurtigruten erbaute dreistöckige Museum, das man als Passagier gratis besuchen darf und einen Eindruck über die Geschichte dieser Schifffahrtslinie vermittelt bekommt.
Kommando-Brücke gestern und heute
Feuerschutz und Kabinen von anno dazumal
Nach dem stündigen Aufenthalt steht der wohl spannendsten Etappe der Reise nichts mehr im Wege: Der Fahrt durch den engen, dreissig Kilometer langen Raftsund. Dazu queren wir zuerst den Hadselfjord und fahren unter der Raftsundbrua hindurch - mit schön viel Abstand gegen oben.
Nun scheint die Trollfjord direkt auf die Lofotenwand zuzufahren.
Zwischen ihren über tausend Meter hohen Steilwänden öffnet sich die nur wenige hundert Meter breite Fahrrinne des Raftsundes, der die Inseln Hinnoya und Austvagoya trennt.
Nicht nur der Sund an und für sich ist von geringer Breite, er wird auch noch durch unzählige Schären verengt.
Meist sieht man gar nicht, wo die Fahrstrasse ist vor lauter Inselchen, und wenn man zurückschaut, hat man schon keine Ahnung mehr, wo man da durchgekommen ist.
Das Navigieren des grossen Schiffes durch diesen Sund ist schon nicht ganz ohne, zumal wir ihn auf dem Hinweg in tiefster Nacht passierten. Aber auf der Brücke steht ein erfahrener Kapitän – und nicht Schettino.
Kurt ist auf Deck 6 und ich ganz oben auf dem offenen Sonnendeck 9, damit wir aus verschiedenen Perspektiven fotografieren können. Zum Glück ist es nicht allzu kalt und auch der Fahrtwind hält sich in Grenzen, sodass die Finger nicht zu klamm zum Abdrücken werden.
Die dramatisch-schönen Wolken und die immer wieder durchdrückende Sonne lässt jeden Fotografen jubeln. Die geht dann langsam unter und da schlechtes Wetter nach der Ausfahrt vom Raftsund angesagt ist und wir sowieso Verspätung haben, fällt der Besuch der Trollfjord-Mündung aus, nach der unser Schiff benannt ist.
Den Hauptort der Lofoten, Svolvaer, laufen wir in tiefster Dunkelheit und bei ziemlichem Wellengang an. Nach 22:00 sind wir in Stamsund und in der Nacht geht es dann über ein Stück offenes Meer zurück zur Festlandküste und da schaukelt es schon ganz schön.
23.02.2013, 18:47 von Karin |
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