Montag, 16. September 2019, 12:07
 

Fakruechte

Die Suche nach Arbeit und Einkommen macht deutsche Autofachkräfte zu globalen Arbeitsnomaden. Altdeutsch, umschrieb man solche Arbeitskräfte, mit Einsätzen fern der Heimat, als Gastarbeiter. 

Die Immobilienpreise leiden!

Ein Teil dieser geborenen Häuslebauer fällt für immer weg, weil die Leute am neuen Arbeitsort sesshaft werden. Oder bei einer Rückkehr nach Deutschland, in einer anderen Region attraktivere Konditionen für den nächsten noch größeren Karriereschritt angeboten bekommen als an der heimischen Ausgangsbasis. Nachwuchs aus schwäbischen Unternehmen gehört heute zur Elite in der Weltliga für Leistungsträger. Jung, dynamisch, bestens ausgebildet, äußerst belastbar und mit dem Schwaben-Gen der unbezähmbaren Lust auf schaffa und noch mehr schaffa ausgestattet, sind diese MKMKP (Multi-Kulturelle-Management-Key-Players) mit Nomaden-Status sehr begehrte und hoch bezahlte Zeitgenossen.  

Vertreter dieser Gilde die aus einfachen Verhältnissen stammen, unterstützen ihre Eltern heute genauso mit monatlichen Geldvergütungen, wie es in den Fünfzigern die italienischen Gastarbeiter zur Unterstützung ihrer Familien im fernen Kalabrien praktiziert haben. Manches älteres Elternpaar ist in diesen Tagen dringend auf diese Unterstützungszahlungen angewiesen, um sich die nötigen Einkäufe in der Apotheke leisten zu können.  

In der Altersgruppe für potenzielle Häuslekäufer verursacht der Wegfall dieser wichtigen Impulsgeber eine schmerzhafte Lücke im Käufermarkt. Eine negative Mehrfachwirkung kommt dann hinzu, wenn zum Nichtkauf eines neuen Häusle der Verkauf von geerbten Häusern hinzukommt. Wird als weiterer Faktor berücksichtigt, dass als Folge des Wettbewerbs unter den verbliebenen Baufirmen, die Baukosten, bei gleicher Größe und gleicher Ausstattung, seit Jahren rückläufig sind, ist die Wandlung vom Verkäufer- zum Käufermarkt verständlich. 

Demographisch gesehen geht es dem Süden viel besser als dem Osten und weiten Teilen in Mitteldeutschland. Für die Stellen der ins Ausland geschickten schwäbischen Hoffnungs- und Leistungsträger bewerben sich Interessenten aus der ganzen EU. Der Zuzug solcher Personen hilft die schlimmsten Auswirkungen des Verlusts an potenziellen, lokalen, jungen Gutverdienern zu brechen. 

Die Neuankömmlinge sowie junge und alte Schwaben mit mittelprächtigen Vermögensverhältnissen bilden ein intaktes Segment an Interessenten mit vorhandenen Kaufgelüste. Beide Gruppen verfügen nicht über üppige Rücklagen. Die Einkommensbasis bewegt sich auf solider Grundlage, lässt aber unmittelbar keine Wachstumsphantasie zu, da es sich um die Kategorien Nachwuchslöhne und Stabillöhne handelt. Zu der zweiten Kategorie gehören die Schwaben, bei denen in den letzten Jahren mehr Stillstand als Aufwärtsbewegung stattgefunden hat. Die Finanzmittel dieser Personengruppe und die Preisvorstellungen der Anbieter sind zur Zeit in den meisten Fällen noch zu weit auseinander. Die Verkäufer müssen sich vermutlich mehr bewegen, denn die Kaufmotivation der Schwaben kennt seit dem Wegfall der Eigenheimförderung schneller Preisgrenzen als früher und die zugezogenen Nachwuchskräfte suchen Eigenheime für eine beschränkte Verweildauer.  

Einen zusätzlichen Nachteil auf dem Käufermarkt haben auch Liegenschaften mit viel Garten, seit in Berlin beschlossen wurde, dass Grundeigentümer mit mehr als 150 m2 Garten, für jeden m2 eine Privatparksteuer bezahlen müssen. Anfangs wollten die Grünen diese Steuer nicht. Aber die Erkenntnis dort viel Geld abholen zu können, wo man nicht viele Wähler riskiert, hat letztlich für rasche Zustimmung gesorgt. Das Wort Steuer wird unisono von der Politikergilde nicht in den Mund genommen. Die einheitliche Sprachregulierung spricht von einer Vorteilsgebühr für privilegierten Wohngenuss. 

Die Allfinanzberater brauchten also Geduld und noch mehr Talent um die vielschichtigen „Wenn und Aber Bedingungen“ in ein Bild mit genügend Detailschärfe für die Rat suchenden Kunden umzusetzen.

Fakruechte 08.11.2009 
Aktualisiert 09.11.2009


Financial Times Deutschland 09.11.2009 

Automobilmarkt

China nutzt Krise zur Expansion

Dossier China hat die USA bereits als größten Automarkt der Welt überholt. Jetzt bereiten die Asiaten ihre nächste Offensive vor: In der Krise kaufen sie europäische Marken, um mit deren Hilfe weiterzuwachsen.

Volltext-Quelle      -  FTD-Link nicht mehr verfügbar

09.11.2009, 12:53 von Fakruechte | 21889 Aufrufe

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