Freitag, 20. Oktober 2017, 23:48
 

Verwunderung über die kleinen Steuerbeträge die der Erfolgskonzern Apple bezahlt

Steuerminimierung wird von den grossen US-Konzernen seit Jahrzehnten betrieben. In den Achtziger Jahren wurden die Steuerspartaktik nicht nur vom Staat toleriert sondern aktiv gefördert. Die Idee war, dass die Firmen so mehr und schneller Cash "ansparen" konnten um Firmen-Übernahmen in Übersee zu tätigen, mit dem Ziel die Marktmacht von US-Firmen im Ausland zu stärken. Man kann dies auch als staatliche Subventionierung von amerikanischem Unternehmenswachstum sehen.
 

Die Vorwürfe gegen Apple gab es in den Neunzigern auch gegen Microsoft. Microsoft und Dell, als nur 2 Beispiele, haben in Kombination mit den Niedrigsteuern in Irland für einen Job- und BIP-Boom in Irland gesorgt. Gegengleich wurden natürlich Stellen in anderen Staaten abgebaut. 

There is no free Lunch, bezahlt haben den Wirtschaftserfolg in Irland die Steuerzahler in der EU und in den USA. 

Der Streit um gerechte Steuern umfasst viele Facetten und die Steuerhinterziehung durch Private soll hier nicht gutgeheissen werden. Aber die private Steuerhinterziehung ist letztlich Peanuts, verglichen mit der legalen Steueroptimierung, wie sie Konzerne betreiben dürfen. Und jede Spende für die US Präsidentschaftskandidaten sorgt dafür, dass daran nichts ändert, egal ob Obama oder Romney Präsident wird. 

Den grossen Maschen bei der möglichen Steuer-Optimierung amerikanischer Konzerne entsprechen die grosszügigen Subventionsregeln in der EU und dem ungenügend nachhaltigen Verfolgen von z. B. MWST-Karussellen.  

Es hätte viele Möglichkeiten das Steuersubstrat der Staaten zu verbessern, aber der Zugriff auf die Privateinkommen und Vermögen ist halt viel einfacher zu handhaben und der einzelne Private hat nicht nur gegen den Staat keine Chance sondern die Gesellschaft klatscht lauten Beifall, wenn die kleinen Steuersparer schmerzhaft angepackt werden. 

Die versickernden Steuermilliarden der Konzerne werden als unvermeidlich hingenommen, weil die Sachverhaltskomplexität zu gross ist! Weil man denkt es wäre zum Vorteil vom eigenen Arbeitsplatz! So ein Blödsinn. Von den gesparten Steuermilliarden profitieren immer jene Drittparteien, die ausser der Idee nichts zum Erfolg beigetragen haben. Zum Beispiel der Staat Irland als legaler Steueroptimierer und eine Riege von Managern in jenen Unternehmen, welche die Chance erkennen und mittels ins Leben gerufener Strukturen, die legale Absenkung der fälligen Steuer bis auf einen Alibi-Schambetrag erreichen.

Steuergerechtigkeit schlage ich zum Unwort des Jahres vor. Der Glaube an Steuergerechtigkeit ist so nachvollziehbar, wie der Glaube daran, dass der Storch die Kinder bringt. Wenn man nicht weiss wie es funktioniert und blind und gläubig aufs Hörensagen angewiesen ist, dann bringt der Storch die Kinder und Steuergerchtigkeit herrscht dann, wenn der Nachbar bei weniger Einkommen mehr Steuern bezahlen muss. Das tut der Seele gut.

Warum fährt der Nachbar auch so ein teures Auto. Spielt ja keine Rolle, dass es geleast ist. Er gibt damit an, wie wenn es ihm gehören würde und von täglichen Kartoffelnachtessen, um teure Ferien und das tolle Auto zu finanzieren, wissen die lieben Nachbarn auch nichts. Ist ja auch ein anderes Thema. Grosszügig stellt man fest: Klar darf jeder essen, was er verdient. Solange man nicht zusehen muss, dass es täglich Filet ist.


06.11.2012, 16:05 von Relax-Senf | 1929 Aufrufe

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