Dienstag, 12. Dezember 2017, 09:27
 

Fussball > Abzocker-Monopol > Funktionärs-Diktatur

Ich kann es nicht fassen. Der DFB praktiziert in Deutschland was gemäss DFB und Fifa absolut verpönt ist. Man greift zur Axt und verhängt einen Boykott gegen Bremen, weil sich dieser Stadtstaat erdreistet hat die uferlosen Kostenwirkungen von Fussballspielen in Bremen zur Diskussion zu stellen, d.h. eine Kostenbeteiligung von König Fussball zu verlangen.
 

Der DFB hat seither strengstens abgelehnt Fussball mit Politik zu vermischen, d.h. eine Diktatur in einem Land das die Fussball-WM austragen möchte, ist immer willkommen und so wäre auch Nordkorea morgen als WM-Austragungsort willkommen, WENN die Diktatur Nordkorea genügend Geld zur Verfügung stellt. Gemeint ist, dass die Funktionäre bei den vorauslaufenden Besuchen und während der WM selber, Luxus ohne Ende geniessen können - kostenlos - und am Ende ein Gewinn für die Fifa übrig bleibt, der nur mit frühkapitalistischen Ablaufregime und Weisungsdiktatur möglich ist. 

Gut der DFB ist nicht gleich Fifa, aber das Verhalten ist einfach von der Fifa abgekupfert. Der DFB will jeden Samstag Kohle machen, aber der Gewinn ist nicht das Resultat einer gerechten Verursacher-Kosten-Ertrags-Rechnung, denn diese Rechnung findet gar nicht statt.  

Was passiert ist legaler Raub, im Sinne von Transferleistungen, weil ein grosser Kostenblock an den Steuerzahlern hängen bleibt! An allen Steuerzahlern, auch jenen Millionen Bürger die nichts mit Fussball am Hut haben. Dazu kommen jene Fussball-Fans, die den Fussball günstig geniessen wollen, aber mit den Millionenschäden der Hooligans auch nicht einverstanden sind und diese Krawallbrüder verurteilen.

Der SZ-Artikel zur Annullation des vorgesehenen Länderspiel in Bremen. 

SZ [...] Man könnte diesen Fall als Beispiel für "Boykott" ins Lexikon schreiben. Der DFB will von diesem Begriff freilich nichts wissen, man wolle nur nicht jemanden "belohnen", der einem "in den Rücken fällt". So sieht es DFB-Vize Reinhard Rauball. [...]

Der Auftritt von Rauball in den TV-News war arrogant und für mich eine riesige Provokation.

Der DFB, vertreten durch Sprachrohr Rauball bestreitet jegliche Zuständigkeit oder auch nur eine Mitverantwortung bei der Lösungssuche für a) die Reduktion oder noch besser b) die Unterbindung der Gewaltexzesse die immer wieder durch Hooligans ausgelöst werden – auf dem Weg zum Stadium, im Stadium und auf dem Weg zurück zu den Transportterminals.

Den DFB, repräsentiert durch Rauball, interessiert diese gesellschaftliche Eiterbeule nicht. Die negativen Begleiterscheinungen von Fussballveranstaltungen sind ein Randproblem, um das sich gefälligst Polizei und Politik als Organe der Steuerzahler kümmern sollen, aber doch nicht der DFB.

Der DFB möchte in Ruhe gelassen werden, wie jene Bürger die solange nichts von gemeinsamer Drogenprävention hören möchten, solange der Drogenkonsum von Mitgliedern der Familie nicht bekannt ist. Die Drogenabhängigkeit als Randproblem Dritter wahrgenommen wird.

Komisch, stehe ich allein auf weiter Flur mit dieser Sicht? Auf jeden Fall gab es nach der Ankündigung dass Bremen das Länderspiel weggenommen wird, keinen Aufschrei. Weder in der Öffentlichkeit noch in der Politik. Ausnahme der Kommentar in der SZ vom 27.07.2014 gemäss Link Fussball Boykott gegen Bremen: DFB foult seine Fans.

Die Fussballfans sind dankbar, dass sie zu den DFB-Konditionen Fussballspiele konsumieren dürfen. Je günstiger je lieber. Der eklatante Kostenteil der durch die Steuerkasse finanziert wird, also von allen Steuerzahlern mitgetragen wird, interessiert nicht, weil die Millionen im Dunkeln der Steuerwirtschaft verschwinden. Meines Wissens gibt es keinen kumulierte Zahl für die Steuerkosten pro Jahr die durch Hooligans und Vandalismus entstehen.  Steuersubstrat das, wie es immer heisst, dringend für Bildung, Kitas und im Gesundheitswesen gebraucht wird. 
 

Das ist kein dummes Pöbeln gegen die Massenunterhaltung-Fussball sondern es geht einzig darum, dass DFB, Politik und Gesellschaft in seltener Einheit diese Kosten als „Hobelspäne“ der guten Unterhaltung betrachten. Als Peanuts in der Steuerrechnung solange das Volk zu grossen Teilen glücklich und zufrieden ist  mit der Ablenkungsdroge Fussball. CDU, CSU und SPD demonstrieren eine Einigkeit, ja keinen Streit mit dem DFB vom Zaun brechen, wie man es bei anderen politischen und gesellschaftlichen leider nicht sieht, ja schmerzhaft vermisst. 

Ist Fussball eine Droge, welche die Hirnleistung temporär schrumpfen lässt, bzw. beim Fokus auf das Thema Fussball die Brain-Power eindimensional werden lässt? 

Diesen Eindruck kann man immer wieder gewinnen.  Kürzlich passierte mir dies wieder beim Verfolgen der Maybrit Illner Talkshow am 11.07.2014.  Hier  Eine prominente Runde von Journalisten und „alten Fussball-Helden“ war versammelt. Irgendwann in der Diskussion ging es um die korrupte Fifa, Blatter und die Milliardenbeträge die steuerfrei in der Schweiz gehortet werden. Bashing der Schweiz setzte ein und in diesem Moment zeigte die Runde eine solche Meinungsübereinstimmung, wie zuvor den ganzen Abend nicht. Dabei wurde ausgehend von der korrupten Fifa dem Land Schweiz der Vorwurf gemacht, dass die Schweiz als krimineller Handlanger der Fifa agiert und die Fifa vor Steuern schützt.  

Ich war baff über den dummen Vorwurf, ausgesprochen und bekräftigt von der versammelten Intelligenz der Talkrunde. Man hat zwar ein kritisch wichtiges Thema an der Oberfläche berührt, aber eine völlig naive Ursache-Wirkung-Beurteilung in Stammtischmanier herumposaunt. Tatsächlich ist es auch aus meiner Sicht stossend, dass die Fifa jeweils bei der Vergabe von Weltmeisterschaften in der Lage ist, das Fussball-Steuer- Monopol durchzusetzen, nachdem alle erwirtschafteten Erträge steuerfrei vom Veranstaltungsland steuerfrei in die Schweiz transferiert werden müssen.

Das ist ein Unsinn und ein sich wiederholender Skandal, denn die Ausrichtungsländer bleiben regelmässig auf einem grossen Kostenblock sitzen. Ganz zu schweigen von Gewerbe und Kleinstbetrieben in diesen Ländern, denen eine WM reale Ertragsausfälle beschert. Das müsste nicht so sein und die Journalisten und Fussballspieler auf de ganzen Welt sowie die zahlenden Jubelfans, könnten dies ändern.

Die Besteuerung der Gewinne in der Schweiz erfolgt nach festen Normregeln, wie sie für jeden eingetragenen Verein gelten. Um dies zu ändern bräuchte es neue Gesetze, aber die würden ja dann alle Vereine treffen und ausserdem sicher nicht helfen, denn bei Wegzug in eine steuerfreundlichere Umgebung – ausserhalb der Schweiz, wäre alles vergebens. Doch selbst wenn es passieren würde, wäre damit nicht den Ländern, wie z. B. Südafrika und Brasilien geholfen.


Die garantierte Steuerbefreiung der Fifa in den Austragungsländern ist das Problem  und ein Problem ist es auch, wenn die anderen Bundesländer wegsehen, wie der DFB mit dem Stadtstaat Bremen umspringt.

Fussball ist richtig, wichtig und ich bin pro Fussball eingestellt, aber die Selbstbereicherung der Funktionäre zulasten der Allgemeinheit und die Art wie man mit dem Staat Bremen umspringt, darf nicht sein und spiegelt einen Realitätsverlust beim DFG, wie es sich sonst bei Diktaturen, z. B. Nordkorea, feststellen lässt.
  



 
             

31.07.2014, 18:35 von Relax-Senf | 2694 Aufrufe

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