Freitag, 18. August 2017, 16:36
 

Für die Tages-Anzeiger Magazin-Redaktion
sind Blogger geistige Tiefflieger


Die Magazin-Redaktion sucht unbekannte Schreibtalente und lanciert dazu einen Schreibwettbewerb für unter 35-Jährige, die zur Verfassung und Essay-Einreichung aufgefordert sind. Mit zwischen 15‘000 bis 20‘000 Zeilen kann man / frau sich um den Essay-Preis bemühen. Zur Aufgabenstellung „Was ist ein Essay?“ wird in der Ausgabe Nr. 23 vom 08.06.2013 eine Definition bereitgestellt, die gut eine halbe Seite umfasst. Der Magi-Niveau-Text braucht nur 10 Spaltenzeilen um den gesuchten bis heute unerkannten Schreibtalenten klarzumachen, das Essay ist:

[….kein Blogeintrag, der private Impuls, seinen Senf zu etwas abzugeben, weil man den selbst für besonders scharfen Senf hält …]  

Natürlich ist ein Blogeintrag kein Essay, das ist unbestritten. Diese Feststellung hätte aber gereicht. Braucht es diese pauschale Verunglimpfung von Millionen von Bloggern? Die nach meiner Leseart der Redaktionsmeinung von Das Magazin, Wochenende-Beilage Im Tages-Anzeiger, die Blogger World Community als Schreibproleten etikettiert!

Ist natürlich dann der Fall, wenn der Vergleich darin besteht den Brain-Power der Redaktion als Benchmark zu verwenden:
Chefredaktion: Finn Canonica
Autoren / Redakteure (?): Daniel Binswanger, Max Küng, Mathias Plüss, Christian Seiler

Jetzt fühle ich mich nicht persönlich als Blogger betroffen und der selbstgewählte Zusatz „Senf“ als Teil von meinem Pseudonym Relax-Senf  ist auch nicht der Grund warum ich in die Tasten greife. Mein Senf soll durchaus gewollt zum Innehalten verleiten und zur Überprüfung einer abweichenden Denkhaltung. Daher habe ich das Privileg dass ich je nach Lust und Laune meinen Senf abgeben kann und mein Selbstbewusstsein wird nicht davon tangiert ob meine Zeilen gelesen werden oder auch  nicht.

Anders ist dies bei Journalisten die mit Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie kennen diese Freiheit oft nicht. Viele haben keine Wahl sondern sie müssen:

  • · täglich als Zeilenverfassungssklave tätig sein
  • · Behauptungen wider besseren Wissens verfassen
  • · im Dienste der Quote fragwürdige Informationsmanipulation
      betreiben

Was mit folgenden Auswirkungen verbunden ist:

  • ·  Journalisten treiben Menschen in die Depression
  • ·  Quotenziel-Bericht, fehlerhafte recherchiert, gefährden Existenzen
       und k
    önnen KMU-Ruine verursachen etc. 
     

Auto- Gebrauchtwagenhändler, Journalisten und Politiker belegen die hintersten Plätze beim Vertrauen, welche die Bevölkerung diesen Berufsgruppen entgegenbringt! Ausgerechnet die Journalisten mit Bad-Image-Auszeichnung können es trotz erfolgreicher Informationsvermittlung durch Blogger nicht lassen,  Blogger als Metapher für geistige Tiefflieger zu verwenden, die mit ihren Schreibqualitäten als schreibende Analphabeten dargestellt werden!

Sind Blogger zu dumm, um die Definition für Essay zu verstehen?

Ich verdiene kein Geld mit Schreiben und mit der Verwendung eines Pseudonyms geht es mir bewusst um eine Low-Profile-Präsenz bei der Verbreitung von persönlichen Ansichten. Als Blogger beurteile ich auch nicht die Redaktions-Textqualität für die Suche nach Schreibtalenten, finde aber der Text dürfte mehr Herzblut zeigen damit hoffentlich auch bei der Zielgruppe mehr Herzblut fürs Schreiben geweckt wird. 

Der Aufruf ist steril gehalten. Man will von Anfang keine Mitmachbegeisterung aufkommen lassen. Es könnte ja sonst in Arbeit ausarten, wenn sich zu viele Leute berufen fühlen ihren Text einzureichen! Also alle ihr Blogger und Social Media-Schreibende, ihr seid mit eurer bekannten geistigen Eingeschränktheit nicht gemeint. Begreift es und verschont die Magi-Redaktion von dem erwartungsgemässen Textschrott, der aus euren Federn kommen würde, denn ihr versteht sicher nicht, was wir die Die Magazin-Redaktion unter einem Essay verstehen und lesen wollen.

Als Aktionär oder Investor oder als Verwaltungsrat bei Tamedia, der Herausgeberin von u.a. Tages-Anzeiger / Das Magazin,  hätte ich mit dem Einladungstext der Redaktion grösste Mühe. Die Printmedien serbeln, die machbare Rendite bei Online Medien steht noch in den Sternen und die Magi-Redaktion ignoriert und desavouiert  das ganze Blogger-Segment in der Schweiz. Nicht nur als Wettbewerbsteilnehmer sondern auch als potenzielle Leser und Auftraggeber für Inserate.

Ausschliesslich fest bezahlte Redakteure können sich eine solche Scheuklappen-Sicht der wirtschaftlichen Realität leisten, unter Ausblendung der unaufhaltsam fortschreitenden Veränderungsprozesse. 

Könnte Das Magazin wirtschaftlich überleben, wenn die Leser extra dafür bezahlen müssten? Ein Binswanger reicht dafür nicht aus. 
 


 

09.06.2013, 16:53 von Relax-Senf | 5535 Aufrufe

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