Freitag, 15. Dezember 2017, 05:39
 

Die Moral von Niebel bei Orientierung im Nebel


Es geht nicht um Moral. Fast alle, denke ich, sind wir immer wieder der Versuchung ausgesetzt, einen erkennbaren Vorteil "geschehen zu lassen", welcher zu einem Zusatznutzen führt. Daher wer wagt es nach Überprüfung des möglichen Eigenverhaltens den ersten Stein gegen den Moralsünder Dirk Niebel zu werfen? 

Relax wirft den ersten Stein. Nicht mit moralischer Begründung, davor hütet er sich.  Der Stein, oder besser eine Schaufel Saustallmist, fliegt deshalb, weil der Bundesminister den Beweis erbracht hat, dass es ihm augenfällig an Intelligenz mangelt. Wer sich in diesem Amt dermassen riskant dumm verhält, ist wohl kaum fähig den Schutz der Volksinteressen wahrzunehmen sowie wertmehrend und nachhaltig zu Orchestrieren. 

Das Dirk Niebel Verhalten, wurde sicher schon zehntausend Mal von Politikern, Behördenrepräsentanten und Regierungsmitgliedern praktiziert. Relevant ist jedoch bei der Beurteilung das Datum auf der Zeitachse.  Strikt genommen war es natürlich schon immer ein Fehlverhalten. Das Risiko erwischt zu werden und die reale Gefahr von „spürbaren“ Konsequenzen, waren aber von 1945 bis z. B. Anfang der Neunziger Jahre eine Risikokomponente die fast zu vernachlässigen war.

Die moralischen Massstäbe waren anders, weil es ungebremst und unaufhaltsam nach Oben ging. Anders gesagt, eine grosse Mehrheit der Bevölkerung wurde vom Gefühl getragen, dass die Lebensqualität ständig noch eine Prise zulegte. Dabei geht es Einem nicht einfach durch harte Arbeit besser. Was für ein Märchen! Sicher ist Arbeit zwingend notwendig und befriedigende Arbeit trägt einen erheblichen Teil zur Gestaltung des persönlichen Wohlfühl-Puzzle bei.

Daher ist Arbeit wichtig und ein unverzichtbarer Faktor fürs Lebensglück, wobei wir Menschen dies immer wieder neu definieren und die Tagesstimmung die Definition von „Glück“ auch strapazieren kann. Dies der Grund, warum man sich bei aufgedrängter Gelegenheit gerne eine Zusatzportion Glück angelt. Dabei, wenn man ohnehin genügend davon hat, geht es nicht ums Geld sondern es geht um das emotionale Hoch das sich einstellt, wenn man anders als der Normalbürger ohne Leistung zu einem „Gewinn“ kommt.  Bei Niebel geht es um Euro 49.- Zoll/MWSt. Transport nicht gerechnet.    

Arbeit führt nicht nur zu einem pekuniären Ergebnis sondern Arbeit ist der entscheidende Faktor für soziale Akzeptanz, soziale Vernetzungsvielfalt, Macht und Status. Hat man ständig Zuwachs in diesen Bereichen, kann man es dem hart erarbeitenden Erfolg zuschreiben. Banal kann man auch von Glück sprechen. Aus Relax-Sicht ist es immer eine Kombination von beiden Kategorien. Je ausgeprägter diese Faktoren zutage treten desto Mehr halten sich jene von den „Zufallsfaktoren des Lebens“ verwöhnten für unangreifbar. Und da beginnt die Dummheit und zwar jene Kategorie Dummheit die strafbar ist und im politischen Umfeld abgestraft gehört.

Natürlich könnte Niebel petzen und mit Überzeugung darlegen – evtl. auf Hörensagen begründet – welche Politgrössen ebenfalls in der Vergangenheit Tausendundeine Nacht Fundstücke in überladenen Transall-Bundeswehrfliegern nach Deutschland brachten. Der Knackpunkt ist wie gesagt die Zeitachse. Moral ist einem ständigen Transformationsprozess unterworfen.  Was früher alles gemacht wurde, wurde Erstens nicht bekannt und Zweitens war es nicht relevant. Die Menschen waren beschäftigt und zufrieden und ja, wer zusätzlich zum Arbeitseinkommen links und rechts die Möglichkeiten nutzte um – unter dem Tisch , hinter dem Vorhang – Geschäfte zu tätigen, erntete (meistens) Anerkennung.

Der erfolgreiche Selbständige, Gewerbler  und KMU-Unternehmer, der sich am Stammtisch damit brüstete, dass er keine Steuern bezahlte, wurde dafür bewundert.

Heute müssen dieselben Berufskategorien damit rechnen, wenn die Erfolgsrechnung aus echter Konjunkturnot keinen Gewinn zeigt, dass jemand aus dem persönlichen Umfeld den Steinbrück-Brigaden den anonymen Wink gibt, „vermutlich“ ginge es nicht mit rechten Dingen zu und Herr X würde ziemlich sicher Steuern unterschlagen. Darauf tritt die geballte Staatsmacht in Aktion. Dies ist nicht der Fall zum Schutz von verwahrlosten Kindern oder wo es die Spatzen vom Dach pfeifen, dass der eine Teil der Lebensgemeinschaft den anderen Teil immer mal wieder halbtot schlägt.   


Wer früher fünf Frauen gleichzeitig hatte, wurde für seine Potenz geachtet.

Heute rücken die Steinbrück-Brigaden an, um nach unterschlagenen Steuern zu fahnden! Was Relax verstehen kann, denn nur wer über Tausendundeine Nacht Reichtum verfügt, kann sich mehrere Frauen gleichzeitig leisten. Diese Einsicht hat Relax von einem Ägypter übernommen, der in einem kürzlich gelesenen Reisebericht den Journalisten als lebensfremden Neidgeist betrachtete, der keine Ahnung hat, was es braucht um mehrere Frauen gleichzeitig materiell und emotional gleich zu behandeln. Der Ägypter sagte sinngemäss:  „Ja, ich dürfte schon fünf Frauen haben sofern ich alle gleich befriedigen kann. Hast du Journi eine Ahnung, wie schwierig es ist, eine Frau immer, jederzeit und umfassend glücklich zu machen!! Fünf Frauen sind der Horror, und kein Mann sollte sich diese Tod bringende Aufgabe freiwillig zulegen."


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Leute die den gesellschaftlichen Wandel und den ständigen Wandel der Moral nicht wahrnehmen, sind Kleingeister, stehengeblieben am Bildungsstand beim Verlassen der Schule oder Uni. Macht in der Wertungskonsequenz keinen Unterschied. Wer Politiker oder Firmenchef oder Banker oder Behindertenheimhelfer ist und nicht begriffen hat, dass man / frau heute keinen Furz mehr lassen kann, ohne dass es den Weg ins Internet, den Weg zu Social Media und Bloggern findet, Outet sich als  naiver Ignorant der bereits erreichten gesellschaftlichen und medialen Entwicklungsstufe. Ein Furz in der Anwesenheit von Vorfallzeugen kann reichen,  damit das Thema über Nacht die Massen erreicht und häufig beglückt.  

Der normale Bürger darf versuchen, seine Einkäufe im Ausland unverzollt ins Land zu bringen, schliesslich langt der gefrässige Staat immer  unverschämter  zu bei Gebühren, Steuern und durch Leistungsabbau. Wird er erwischt, kann man nicht von Dummheit sprechen sondern es ist dumm gelaufen. Mit der zu Recht ausgesprochenen Strafe muss man ohne Jammern klarkommen. Der Vorfall an sich interessiert keine Schreiberseele.

Bei Niebel sieht es anders aus. In dieser Position mit Status, herrlichem Einkommen und zumindest Macht im Sekretariat, muss man schon grob fahrlässig Handeln, wenn man vergisst den korrekten Ablauf einzuhalten und dabei nicht den öffentlichen Aufschrei vorhersieht, wenn der kleine Beschiss misslingt. Auf Dauer bleibt heute nichts mehr verborgen. Rache, Naivität und die Sucht nach Aufmerksamkeit sorgen im Social Media Zeitalter mit absurder Zuverlässigkeit dafür, dass Fehlverhalten von Politikern, Chefs und allen "missliebigen" Konkurrenten sowie abgehakten Freunden den Weg in die Öffentlichkeit finden. Es ist praktisch nur eine Frage der Zeit bis die Treibmine explodiert.  

Die Teppich-Geschichte verknüpft mit dem kürzlichen Vorfall, eine offene Stelle ohne Suche und Selektion mit einem privilegierten Netzwerkkontakt zu besetzen, disqualifizieren  Dirk Niebel für einen BM-Posten in Berlin. Mutter Merkel wird ihn nicht jetzt abservieren, aber in einer zukünftigen Regierung sollte er keinen Platz haben.

     

09.06.2012, 23:25 von Relax-Senf | 5916 Aufrufe

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